Was sind Wirtschaftswissenschaften?

Die Wirtschaftswissenschaften beschreiben und analysieren sämtliche Vorgänge, die mit dem rationalen Umgang von knappen Gütern in Zusammenhang stehen. Man betrachtet dabei die verschiedenen Möglichkeiten, wie Menschen mit Hilfe ihrer Arbeitskraft für andere Menschen Leistungen erbringen, damit sie ihren eigenen Lebensunterhalt sicher stellen und gleichzeitig einen ganzen Wirtschaftskreislauf in Gang setzen, der im Optimalfall zum Wohlstand einer ganzen Gesellschaft beiträgt. Besonders im Blickpunkt stehen dabei immer die Funktion des Geldes und die Entwicklung der Finanzströme.

Betriebswirtschaftslehre: Wissenschaft für die Unternehmensführung

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) lehrt die erfolgreiche Führung eines Unternehmens im heutigen marktwirtschaftlichen System. Dabei geht es zunächst um die Darstellung der verschiedenen Unternehmensformen, der grundlegenden Prozesse und Entscheidungssituationen sowie der Ziele, die man mit der Gründung eines Unternehmens eigentlich verfolgt. Die Teilbereiche der BWL stellen gleichzeitig die verschiedenen Unternehmensabteilungen dar und sind wie folgt gegliedert:

- das Rechnungswesen beschreibt die finanzielle Ausstattung und Aufstellung des Unternehmens nach innen (Kostenrechnung, Controlling) und außen (Buchführung, Wirtschaftsprüfung, betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
- das Finanzwesen untersucht darüber hinaus die Möglichkeiten Gewinn bringender Investitionen und günstiger Finanzierungen für das Unternehmen
- das Produktionsmanagement versucht die internen Produktions- und Lagerhaltungsprozesse zeitlich und finanziell zu optimieren
- das Logistikmanagement befasst sich mit der inner- und außerbetrieblichen Transportoptimierung von Gütern, Informationen, Geld oder Personen
- das Personalwesen beschreibt Methoden zur Mitarbeiterführung und -motivation
- das Marketing analysiert die Wirkung von Produktdarstellung und Werbung
- das Technologie- und Innovationsmanagement untersucht die Erfolgschancen, die ein Unternehmen durch eine umfassende Forschungs- und Entwicklungsabteilung erhält
- die Organisationstheorie von Wirtschaftsunternehmen

Volkswirtschaftslehre: Wissenschaft zur Analyse der Gesamtwirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre (VWL) beschreibt und untersucht das Zusammenwirken des gesamten Wirtschaftskreislaufs (Makroökonomie) und ihrer einzelnen Wirtschaftssubjekte untereinander (Mikroökonomie), nämlich den privaten Haushalten, den Unternehmen und dem Staat.
Darüber hinaus sind einzelne Disziplinen der VWL:

- die Finanzwissenschaft und die Wirtschaftspolitik zur ökonomischen Analyse des Staatshandelns
- die Geldtheorie, welche die reinen Finanzmarktprozesse betrachtet
- die Wachstums- und Konjunkturtheorie
- die Arbeitsmarkttheorie
- die Industrieökonomik, welche verschiedene Marktformen und ihre Folgen für Gesamtwirtschaft und Gesellschaft untersucht
- die Außenwirtschaftstheorie, die die Interaktion von inländischen mit ausländischen Wirtschaftssubjekten beschreibt

Interdisziplinäre Fachkombinationen der Wirtschaftswissenschaften

Zusätzlich zu den beiden genannten hauptsächlichen Wirtschaftswissenschaften, existieren noch eine ganze Reihe Hybridfächer, also interdisziplinäre Wissenschaften. Diese können in der Regel auch einzeln studiert werden. Zu den wichtigsten gehören:

- Die Wirtschaftsinformatik, die sich mit Entwurf, Entwicklung und Anwendung von IT-Systemen in betriebswirtschaftlichem Umfeld befasst.
- Das Wirtschaftsingenieurwesen, welches technisch-naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit dem wirtschaftlichen Handeln verbindet
- Die Wirtschaftspädagogik, in welcher Didaktik und Methodik von Wirtschaftslehre und -erziehung untersucht werden
- Die Wirtschaftspsychologie, welche das Verhalten von Menschen im ökonomischen Raum analysiert.

Weitere Hybridfächer, die aber selten als separater Studiengang angeboten werden, sind die Wirtschaftsgeschichte und die Wirtschaftsgeographie. Diese werden eher als Teilgebiete der VWL angesehen, da sie die wirtschaftswissenschaftliche Theorienbildung, die historische Wirtschaftsentwicklung sowie die ökonomischen Prozesse unter räumlichen Gesichtspunkten zum Gegenstand haben. Für wirtschaftswissenschaftliche Analysen werden neben theoretischen Modellen auch empirische Untersuchungen durchgeführt. Daher gehören auch mathematische und statistische Methoden zum Studium dazu. Speziell auf ökonomische Problemstellungen ausgelegte, sind mathematische Disziplinen dabei beispielsweise die Ökonometrie und die Spieltheorie. Ferner ist auch das Wirtschaftsrecht bedeutsam, da es den Gesetzesrahmen betrachtet, innerhalb dessen sich Wirtschaftssubjekte bewegen dürfen.

Bild: weim – Fotolia

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