Wie verbreitet sind genetisch veränderte Lebensmittel?

Jeden Tag erreicht uns ein neuer Bericht, dass sich genetisch veränderte Lebensmittel immer weiter verbreiten. Die Angst vor solchen Lebensmitteln unter den Verbrauchern nimmt stetig zu. Die rechtliche Lage zur Kennzeichnung der Lebensmittel ist noch immer ziemlich unklar. Wir können nur auf ein regulierendes Eingreifen der Politik hoffen und uns für eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel einsetzen.

In Europa gibt es einen Bund für Lebensmittelkunde und Lebensmittelrecht. Dieser stellte bereits vor einiger Zeit fest, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel in den Supermärkten verbreiteter sind, als wir denken. Innerhalb Europas werden die gentechnisch veränderten Lebensmittel teilweise nicht auf speziellen Zähllisten erwähnt. Auch genetisch veränderte Futtermittel werden auf den Endprodukten nicht erwähnt. Schätzungen ergaben, dass circa 80 % der Lebensmittel in den Supermärkten, gleich welcher Art, bei ihrer Herstellung mit der Gentechnik in Kontakt kamen.

Die grüne Gentechnik

Gentechnik wird in der Lebensmittelbranche in den verschiedensten Bereichen verwendet. Bei den Pflanzen spricht man dabei von “Grüner Gentechnik”. Im Jahr 2009 wurde zum Beispiel in fünfundzwanzig Ländern auf einer Fläche von circa 135 Millionen Hektar genetisch verändertes Gemüse angepflanzt. Die Bepflanzung hatte ihren Schwerpunkt im transgenen Bereich, das heißt, dass Gene von anderen Pflanzen eingeschleust werden, um Merkmale dieser Pflanzen in die bestehende Pflanze zu integrieren. Davon betroffen waren Baumwolle, Sojabohne, Raps und Mais. Im Hinblick auf die Verwendung als Lebensmittel haben diese Pflanzen nur eine geringe Bedeutung, da es sich hier in erster Linie um Futterpflanzen für die Tierproduktion handelt. Die genetisch veränderten Futtersorten haben sich bisher nicht als schädlich für das Tier herausstellen können.

Gentechnisch veränderte Tiere zum Verzehr?

Wie Pflanzen könnten nun auch gentechnisch veränderte Tiere zum menschlichen Verzehr in der Zukunft zur Normalität werden. Das erste Tier könnte ein transgener Lachs sein. Es gibt so genannte GV Lachse namens AquAdvantage die einer Zuchtmarke angehören. Sie verfügen über ein Gen aus einem Wachstumshormon, das einer Kombination zweier verschiedener Fischarten angehört. Dadurch, dass es gleich zwei Gene sind, die in die Fischart einfließen, werden vermehrt Wachstumshormone produziert. Im Normalfall wird erst nach drei Jahren die Schlachtreife erreicht. Mit dieser Maßnahme verkürzt sich diese Zeit auf lediglich 16 bis 18 Monaten. Bereits im Jahr 1995 wurde in den USA ein Antrag auf Zulassung dieser Lachssorte gestellt. Der Antrag wurde geprüft und es konnte sichergestellt werden, dass vor allem die Tiergesundheit durch die Genveränderung nicht beeinträchtigt wird. Es ist vorgeschrieben, dass die vorgenommenen gentechnischen Veränderungen stabil bleiben müssen. Dadurch, dass die Tiere schneller wachsen, wird weniger Futter verbraucht. So werden Produktionskosten in großem Umfang eingespart.

Die Kritik bleibt bestehen

Trotz der Vorteile bleiben die Verbraucher im Allgemeinen sehr kritisch. Man möchte schließlich auf der sicheren Seite sein. Trotz der gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland die Lebensmittel ausreichend zu kennzeichnen, weisen gerade die Inhaltsangaben enorme Lücken auf. Eine bekannte Umweltorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, in deutschen Supermärkten die Verbreitung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu überprüfen und so genannte “Gen-Alarm-Listen” mit Informationen an die Kunden weiterzugeben und im Internet zu verbreiten. Wie weit verbreitet genveränderte Lebensmittel auf dem deutschen Lebensmittelmarkt tatsächlich sind, lässt sich nicht genau sagen. Haben Verbraucher Bedenken hinsichtlich der gentechnisch veränderten Lebensmittel, ist es sehr empfehlenswert, sich eine solche Liste zu besorgen oder sich vor dem Einkauf entsprechende Informationen einzuholen.

Image: © 2008 Daniel Fuhr

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